| Greetsiel - Ostfriesland - das Landesmuseum / Rüstkammer in
Emden |  |
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Ostfriesisches Landesmuseum und Emder Rüstkammer im Rathaus (Quelle: Ostfriesisches Landesmuseum Emden)
Das Emder Rathaus am Delft wurde auf den Fundamenten des am 6. September 1944 zerstörten Renaissance-Rathauses in den Jahren 1959 bis 1962 errichtet als Stätte zur Begegnung mit der Geschichte der traditionsreichen Seehafenstadt an der Ems. Die über den Krieg nahezu vollständig geretteten Sammlungen des Ostfriesischen Landesmuseums und der ehemaligen Emder Rüstkammer sowie des Stadtarchiv erhielten hier, in zentraler Lage, ihren neuen Standort.
Im Erscheinungsbild des wiederaufgebauten Gebäudes spiegeln sich die Leitlinien des berühmten Vorgängerbaus - 1574 - 1576 von Laurenz von Steenwinkel nach dem Vorbild des Antwerpener Rathauses - erbaut.
Das hier ausgestellte Kulturgut wurde im wesentlichen durch die Sammlungsaktivitäten der Gesellschaft für bildende Kunst, gegründet 1820, zusammengetragen und später durch kostbare Erwerbungen ergänzt.
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1. Stadtgeschichte: Das 1929 gebaute Stadtmodell vermittelt einen Eindruck der Siedlungsstrucktur mit Ratsdelft und Falderndelft, die Lage dr Rathauses, der Großen Kirche, der neuen Kirche und des Stadtwalls aus der Zeit nach 1600.
Stadtansichten aus dem 16 ten und 17 ten Jahrhundert sowie ein repräsentatives Gemälde Emdens aus dem Jahre 1616 geben eine Vorstellung der Stadtentwicklung bis zum letzten Krieg.
Das Planungsmodell von 1949 verdeutlicht, daß die Grundrißstruktur Alt-Emdens erhalten geblieben ist. Es zeigt die Größenunterschiede von Stadtlandschaft und Hafenlandschaft. Auf drei Tafeln an der Wand erkennt man die Verlagerung der Ems und die Entstehung des Dollart nach 1509, den Bau des ersten Stichkanals durch die Insel Nesserland zum seeschifftiefen Wasser der Ems 1849 und den Ausbau der Hafenbecken.
2. Schiffahrt: Ein großes Modell gibt einen Überblick über die geografische Lage Emdens, zeigt die Zufahrt auf den Emder Hafen sowie die Landschaft emsaufwärts mit den Häfen Leer und Papenburg.
Einmaliges Modell einer Heringsfangbüse (Typ des 16./17. Jhdts.), Heringslogger ( 19. Jhdt.), Hafenpatrouillenboot (17. Jhdt.), Model einer Tjalk, Hochseesegler, die großen Modelle der Brandenburger Fregatten und das Modell einer niederländischen Fregatte aus dem 17. Jhdt. , Seekarten, Kapitänsbilder.
3. Münzen: Erste Emder Prägung mit der Aufschrift "Amuthon", mittelalterlicher Name für Emden, Prägung der Bischöfe von Münster (13. Jhdt.), der Emder Häuptlinge (14. Und 15. Jhdt. ), gräfliche Prägungen (von 1464 bis 1562). Emder Münzen in der Zeit der Selbstständigkeit Emdens als Stadtrepublik (1595 - 1744), Medaillen vom 17. bis 19. Jhdt. Münzportraits der ostfriesischen Grafen. Originaler Münzprägestock und Sammlung der Original Münzstempel der Emder Prägungen. Auf dem großen Bild mit den Hunden des Grafen ist unten links neben der Emder Burg auch der Zwiebelturm der Emder Münze zu sehen.
4. Volkskunde, Wohnen: Rekonstruktion des typischen ostfriesischen Wohnraumes, Kamin für Torffeuer, Rauchfang mit reichem Fliesenbestand westfriesischer, Makkumer und Harlinger, ja sogar Rotterdamer Herkunft (17. bis 19. Jhdt. ). Wandbett (Alkoven), mit Volksmund "Butze" genannt, Anrichter mit verzierten Zinntellern, kostbare Geschenk-Glasfenster in Bleiverglasung.
Im Gang: Barockschrank mit Keramik des 18. und 19. Jhdts., Truhen des 17. und 18. Jhdts., Porträts vom Barock bis Biedermeier.
Reich ausgestatte Trachtenvitrinen, Gegenstände des 18. und 19. Jhdts., darüber Trachtenbilder, ein Original-Kinder-Pferdeschlitten des 18. Jhdts.
5. Silberabteilung: Bedeutendster Silberbestand zwischen Bremen und Groningen, überwiegend Emder Arbeiten vom 17. bis 19. Jhdt. In Emdens Blütezeit fanden zuweilen 15 bis 20 Goldschmiede Aufträge. Abendmahlsbecher, Brandwienskoppen, silbernes Teegeschirr, Teedosen, ostfriesischer Goldschmuck, Filigranschmuck, silberne Bestecke und silbernes Kinderspielzeug.
In mehreren Vitrinen wird so ein Überblick über ostfriesische, insbesondere Emder Gold- und Silberschmiedekunst, geboten.
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1. Ur- und Frühgeschichte: Die ausgestellten Funde sowie die Schautafeln geben Aufschluß über die frühe Besiedlung des hiesigen Raumes. Entwicklung von Stein-Werkzeugen und Keramik von 3000 vor Christi Geburt an. Gegenstände der Bronzezeit (1850-750 v. Chr.) und der Latène oder Eisenzeit (um Christi Geburt), aus der Warfenzeit (3.-10. Jhdt. n. Chr.). Knochenflöten, Petrus-Schüssel aus der Zeit um 800 (Einfluß der Christianisierung). Moorleiche mit erhalten gebliebenen Textilien, Mantel und Beinbinden eines vor etwa 2000 Jahren im Moor erschlagenen 30jährigen Mannes.
2. Funde der Emder Grabungen: Ledersachen, Holzteile, Keramik, Glasfragmente, karolingische Münze aus der Zeit des 9. Jahrhunderts.
Im Durchgang kostbarer mittelalterlicher Schmuck, darunter vergoldete Mantelschließen, der Runensolidus von Schweindorf, das älteste Schriftdokument Ostfrieslands.
3. Mittelalter: Grabsteine und Taufbecken (sogenannter Bentheimer Typ), Taufbecken aus Marienhafe (ca. 1250),Buntsandstein-Sarkophage des 13. Jhdts., Holzbildwerke (13. Jhdt).
Gotische Plastik, lebensgroße Christusfigur, Maria und Johannes-Gruppe (um 1460), Totenschild des Grafensohnes Enno (1491) über den Durchgang, Gedenkplatte für Herzog Albrecht von Meißen, gestorben in Emden im Jahre 1500, große Messingplatte mit reicher spätgotischer Verzierung für den Geistlichen Hermann Wessel, gest. 1507.
4. Renaissance: Sieben Original-Glas-Fenster des alten Emder Rathauses, gestiftet von Bürgermeistern und Mitgliedern des Emder Rates 1576. Es ist der einzige, erhaltene Zyklus profaner Glasgemälde aus dem späten 16.Jhdt. in Norddeutschland.
Porträt Edzards II. (vermutlich von Hendrik Goltzius). Doppelporträt des Emder Bürgermeisterehepaares Helmer und Aleides Djurken 1575. Passionsbilderzyklus (10 Tafeln) nach 1600 vermutlich von H. v. Coninxloo, Geschenk von Henri Nannen. Terrakottafriesteile von der im Kriege zerstörten Klunderburg (16.Jhdt.).
5. Gemäldegalerie: Nur die kostbarsten Sammlungsbestände werden hier gezeigt. Werke bekannter niederländischer und Künstler wie Luttichhuys,
Heremans, Bolema und der Emder Maler Martin Faber und Alexander Sanders, besonders aber die Werke Lodolf Backhuyzens (geb. 1630 in Emden), der neben Wilhelm van de Velde der qualitätsvollste Marinemaler der Niederlande im 17.Jhdt. war. Eines der Hauptwerke Backhuyzens: Befehlsübergabe an Admiral de Ruyter, 1671, nach Emden geholt durch Henri Nannen.
6. Barockzimmer: Dieser Raum zeigt die Wohnkultur Ostfrieslands im 18.Jhdt. Gemälde, repräsentative barocker Kabinettschrank, chinesisches Porzellan und Delfter Fayencen, chinesische Dekormalerei, Auftragsporzellan mit preußischem Wappen. Kostbare geschliffene Gläser des 18.Jhdts. in der Wandvitrine.
7. Empire: Möbel und Ofen des frühen 19. Jhdts. , Gemälde des 19. Jhdts. (Strack, Nanninga).
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Die städtische Rüstkammerbirgt die größte stadteigene Waffensammlung in der Bundesrepublik mit ca. 1.000 Ausstellungsstücken. Angeschafft wurden die Waffen überwiegend zur Ausrüstung der Bürgerwehr, als die Stadt Emden nach ihrer Loslösung vom Grafenhaus als Stadtrepublik sich selbst schützen mußte (1595).
Blankwaffen, verzierte Hellebarden, Bindenhander, Morgensterne, 36 Reiterharnische aus der Zeit von 1550 bis 1650: einzigartiger Überblick über 100 Jahre Plattnerkunst. 100 Pikenierharnische, 5 Richtschwerter, ein Richtrad, eine Schandtonne, Luntenmusketen der Emder Bürgerwehr, Lederbandeliere, Patronnentaschen. Die Rüstkammer ist in ihrer Vollständig in Deutschland einmalig.
Besonders lohnend ist eine Turmbesteigung: Aus einer Höhe von 25 Metern: Blick auf Altstadtbereich und den Ratsdelft, nach Süden auf den Hafen , das Volkswagenwerk. Im Westen die Silhouette von Delfzijl, Grünanlagen des erhaltenen Emder Stadtwalls mit Johanna-Mühle und Weizenmühle. Nach Osten: Blick auf die Neue Kirche.
Beim Verlassen des Rathauses sieht man drei große Gemälde in der Eingangshalle, die für das alte Rathaus bei Emder Malern in Auftrag gegeben wurden. -
Verhagen, Moses schlägt Wasser aus dem Felsen und Urteil Salomons (1548); Martin Faber, Urteil des Kambyses, (1617).
Adresse:
Ostfriesisches Landesmuseum Emden
Rathaus am Delft
26721 Emden
Telefon: 0 49 21 / 87 20 58
E-Mail: landesmuseum@emden.de Internet: http://www.landesmuseum-emden.de
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